Einleitung: Auf den Spuren der Hexen in Catania
Zwischen dem gewaltigen Ätna und dem Ionischen Meer gelegen, ist Catania eine Stadt, in der Stein Geschichten erzählt. Kopfsteinpflaster, von Vulkanasche geschwärzte Barockfassaden und belebte Plätze mit Märkten offenbaren eine vielfach übereinanderliegende Vergangenheit: griechisch, römisch, normannisch, spanisch – und dazu eine tiefe Schicht Volksvorstellungen, in denen Magie, Aberglaube und Hexenprozesse noch heute Spuren in der lokalen Kultur hinterlassen haben. „Auf den Spuren der Hexen: Gassen, Bräuche und Geheimnisse von Catania“ lädt zu einem literarischen und praktischen Spaziergang ein, der historische Orte, mündliche Erzählungen, alltägliche Schutzrituale und Stätten mit geheimnisvoller Aura verbindet.
Catania ist nicht Salem, aber die Stadt hat ihre eigenen Legenden: Heilkundige Frauen, die „fattucchiere“, die Heilmittel, Talismane und rituelle Worte kombinierten; Männer, die Schutz gegen böse Geister anriefen; Amulette und Handbücher, die von Mutter zu Tochter weitergegeben wurden. Diese Überzeugungen trafen oft auf das kirchliche Recht, lokale Inquisitionen und kollektive Ängste vor Seuchen oder Ernteausfällen. Doch jenseits sensationalistischer Darstellungen liest sich die Geschichte der sogenannten „Hexen“ von Catania vielmehr als Alltagsgeschichte: Kräuterkundige, alte Apotheken, Schutzrituale gegen die Kälte des Ätna, Liebeszauber und Gebete an die heilige Agatha.
Dieser Rundgang richtet sich sowohl an Neugierige der Volksüberlieferungen als auch an Liebhaber barocker Architektur und enger Gassen voller Gerüche, Klänge und Gesten. Sie werden ikonische Monumente entdecken – die Cattedrale di Sant’Agata, das Castello Ursino, das Kloster der Benediktiner – aber auch weniger offizielle Orte: enge Gassen, in denen früher von nächtlichen Prozessionen berichtet wurde, Läden mit Amuletten, Kräuterläden und Märkte, auf denen noch getrocknete Kräuter, eingelegte Schnecken und Ketten aus Karneol verkauft werden.
Der Beitrag bietet eine fußläufige Route, Stationen mit historischen Lesungen, praktische Hinweise (Öffnungszeiten, Preise, genaue Adressen) und Empfehlungen, wie man diesen Erzählungen mit Respekt und Sensibilität begegnet. Es geht nicht um eine sensationsheischende Hexenjagd, sondern um eine sensible Kartographie von Glaubensvorstellungen: wie sie den urbanen Raum formen, wie sie in täglichen Gesten überdauern und wie sie sich bisweilen im Souvenirhandel widerspiegeln.
Packen Sie Ihre Wanderschuhe, ein Notizbuch und Neugier ein: die Stadt ist ein Palimpsest. An einer Piazza oder einem Torbogen können Sie auf eine Statue, eine Gedenktafel oder ein architektonisches Detail stoßen, das ein kleines Fenster in die unsichtbare Welt öffnet, mit der die Einwohner Cataniens über Jahrhunderte gelebt haben. Folgen Sie dem Führer – oder besser: den Spuren – durch Gassen, Kirchen und Märkte und lassen Sie sich von einer Stadt mitreißen, die manchmal düster, oft warmherzig und immer lebendig ist.
Geschichte und Glauben: Wie Hexerei ins Stadtgefüge einging
Um die „Spuren » der Hexerei in Catania zu verstehen, muss man die Volksglauben in ihren historischen Kontext einordnen. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Sizilien, und damit auch Catania, ein Schnittpunkt verschiedener Kulturen: griechische und arabische magische Traditionen verschmolzen mit volkstümlichem Christentum und bäuerlichen Ritualen. Frauen, die mit Kräutern und Händen Heilung brachten, waren gleichzeitig für ihr Wissen respektiert und verdächtigt, an der Grenze zur Orthodoxie zu stehen. Diese Praktiken waren nicht zwangsläufig „dämonisch“; viele entsprangen empirischer Medizin, Übergangsriten oder familiären Schutzformen.
Die Cattedrale di Sant’Agata (Piazza Duomo, 95131 Catania CT) nimmt in diesem spirituellen Gefüge eine doppelte Rolle ein. Die heilige Agatha, Schutzpatronin von Catania, wird angerufen, um die Stadt vor Ausbrüchen des Ätna, Bränden und Krankheiten zu bewahren. Die Volksfrömmigkeit gegenüber der Heiligen verschmolz oft mit heidnischeren Riten: man brachte Ex-Votos dar, hängte Amulette an die Türen oder legte gesegnete Kräuter ab. Die nach dem Erdbeben von 1693 wiederaufgebaute Kathedrale ist ein eindrückliches Beispiel des sizilianischen Barock, in dem religiöser Eifer und volkstümliche Praktiken nebeneinander bestehen.

Hexenprozesse auf Sizilien waren weniger spektakulär als im nördlichen Europa, doch der Einfluss der Inquisition war spürbar. Notar- und Kirchenarchive in Catania bewahren Berichte über Anzeigen, Untersuchungen und Strafen gegen jene, denen man abergläubische Rituale vorwarf. Häufig verbargen sich hinter den Anschuldigungen Nachbarschaftskonflikte – Eifersucht, Schulden, Streit ums Land – die in Form von Zauberbeschuldigungen ausgetragen wurden. So wurde „Hexerei“ mitunter zu einer sozialen Sprache, um Spannungen zu regeln.
Auch die Orte selbst – dunkle Winkel, Brunnen, häusliche Öfen – sind durch Gebrauch aufgeladen. Manche Gassen wie die Via Crociferi, die Via Santa Filomena oder die Umgebung der Villa Bellini bewahren Erinnerungen an nächtliche Erscheinungen, geheime Prozessionen oder wundersame Heilungen. Diese mündlich überlieferten Erzählungen haben Toponyme, Steinbänke und lokale Rituale geprägt; sie spiegeln sich in Schutzpraktiken wider: Olivenzweige über der Tür, angenagelte Hufeisen oder kleine Kräutersäckchen (bucaneve), die unter Betten versteckt wurden.

Wichtig ist die Unterscheidung von Mythos und Realität: Die Forschung zu Volksglauben zeigt, wie „magische“ Praktiken soziale Ressourcen, alternative Heilmethoden oder Formen des Widerstands gegen zentrale Macht sein konnten. In Catania sind sie heute Teil eines reichen immateriellen Erbes, das sich in Küche, Musik, Festen und Sprache manifestiert. Die Spuren der Hexen zu erkunden heißt hier nicht nur, das Okkulte zu suchen, sondern einer ganzen Stadt zuzuhören, wie sie sich gegen Feuer, Seuchen und historische Umbrüche gewappnet hat.
Fußweg-Route: Von geheimen Gassen zu heiligen Plätzen
Nichts lässt eine Stadt so deutlich spüren wie Gehen. Die folgende Route umfasst circa 3,5–4 km, dauert ohne längere Pausen etwa 2–3 Stunden und verbindet Orte, die besonders aussagekräftig für Volksglauben sind. Start ist die Piazza Duomo; von dort schlängelt sich der Weg nordostwärts durch Straßen, in denen populäre Geschichte in den Mauern lesbar ist.
Startpunkt: Cattedrale di Sant’Agata, Piazza Duomo, 95131 Catania CT. Öffnungszeiten: die Kathedrale ist in der Regel täglich von 7:30 bis 19:00 geöffnet (bitte wegen Gottesdiensten prüfen). Eintritt frei; Führungen und der Zugang zur Krypta können um eine Spende oder einen kleinen Eintritt bitten (häufig kostenlos bis ~2 € für Erhaltungszwecke). Achten Sie im Inneren besonders auf Ex-Voto und Dankestafeln: sie zeugen von Schutzbitten an die Heilige Agatha.

Von der Piazza Duomo gehen Sie die Via Etnea nach Norden und biegen auf die Via dei Crociferi – eine der barocksten Straßen der Stadt, gesäumt von Konventen und Kirchen wie dem Monastero dei Benedettini und der Chiesa di San Giuliano. Die Via Crociferi ist ein historischer Korridor, dessen ornamentierte Fassaden und mächtige Portale religiösen Eifer und gemeinschaftliche Schutzvorstellungen erzählen. Schlendern Sie langsam: suchen Sie eingemeißelte Architrave, votive Nischen und kleine Datumsinschriften im Stein.

Anschließend geht es zur Villa Bellini (Viale Presidente Kennedy, 95129 Catania CT), einem öffentlichen Park, in dem früher Volksversammlungen und saisonale Rituale stattfanden. Exakte Adresse: Villa Bellini, Viale Regina Margherita/Viale Gabriele D’Annunzio (die Haupteingänge liegen am Viale Presidente Kennedy). Öffnungszeiten: Park meist von 7:00 bis 20:00; Eintritt frei. Achten Sie auf die jahrhundertealten Bäume – schattige Orte, die in alten Geschichten als Treffpunkte nächtlicher Zusammenkünfte genannt werden. Viele lokale Erzählungen sprechen von nächtlich gesammelten Kräutern und Treffpunkten unter Kiefern.
Weiter zur Piazza Stesicoro (Piazza Stesicoro, 95121 Catania CT), wo sich die Überreste des Anfiteatro Romano di Catania befinden. Öffnungszeiten: die archäologische Zone ist von der Piazza aus ständig sichtbar; der unterirdische Zugang oder bezahlte Bereiche hängen von temporären Ausstellungen ab (Museumeintritt variabel, oft 3–6 €). Das antike Theater symbolisiert die Schichtung der Epochen: Die Cataniensen haben ihre Überzeugungen in diesen Stein gehauen, und zahlreiche Erzählungen berichten von Erscheinungen und nächtlichen Wachgebeten bei den römischen Überresten.

Die Rundgang endet mit einem sinnlichen Eintauchen auf dem Markt La Pescheria (La Pescheria di Catania, Corso Martiri della Libertà / Via Pardo, in der Nähe der Piazza Duomo). Öffnungszeiten: der Markt erwacht früh, oft von 6:00 bis 13:00, manche Stände schließen sonntags morgens; das Schlendern ist kostenlos, für Einkäufe bitte Bargeld mitnehmen. Neben Fisch finden sich getrocknete Kräuter, Amulette und populäre Objekte: ein idealer Ort, um zu beobachten, wie Schutzpraktiken im Alltag präsent bleiben. Die oft älteren Verkäufer sind lebendige orale Archive – fragen Sie ruhig, aber stets mit Respekt.

Praktische Tipps für den Spaziergang: Tragen Sie weiche, bequeme Schuhe (altes Kopfsteinpflaster), starten Sie früh, um das Licht und die Märkte zu genießen, nehmen Sie Wasserflasche und ein Notizbuch mit, um Namen und Geschichten festzuhalten. Respektieren Sie Gotteshäuser (angemessene Kleidung) und fragen Sie vor dem Fotografieren älterer Menschen am Markt um Erlaubnis. Beachten Sie, dass Öffnungszeiten saisonal und während religiöser Feste variieren können; zur Festa di Sant’Agata (Februar) verwandelt sich die Stadt und manche Orte sind geschlossen oder sehr überlaufen.
Wichtige Orte und genaue Adressen: Monumente, Museen und Erinnerungsstätten
Für eine vertiefte Erkundung finden Sie hier eine Liste unverzichtbarer Orte, die mit Geschichte und Volksglauben von Catania verbunden sind, inklusive Adressen, typischer Öffnungszeiten und üblichen Eintrittspreisen. Beachten Sie, dass Preise sich ändern können: Prüfen Sie immer die offiziellen Webseiten oder das lokale Tourismusbüro (Ufficio Informazioni Turistiche).
- Cattedrale di Sant’Agata — Piazza Duomo, 95131 Catania CT. Öffnungszeiten: in der Regel täglich 7:30–19:00; Gottesdienste variieren (Sonntagmorgen und Feiertage). Eintritt frei; bestimmte Bereiche (Krypta, Schatzkammer) mitunter gegen Gebühr oder Spende zugänglich (0 € bis ca. 3–5 € für Führungen oder Erhaltungsbeiträge).
- Castello Ursino (Museo Civico) — Piazza Federico di Svevia, 1, 95121 Catania CT. Öffnungszeiten: üblicherweise Mittwoch bis Montag 9:00–19:00, dienstags geschlossen (bitte bestätigen). Preis: Museumseintritt meist um 6–8 € für Erwachsene; ermäßigte Tarife für Studierende/Senioren, an bestimmten Sonntagen freien Eintritt möglich (variabel). Die Burg, unter Friedrich II. erbaut, beherbergt das Museo Civico mit Kunst- und Alltagsobjekten, die das urbane Leben beleuchten – darunter Ex-Voto und Votivgegenstände.
- Monastero dei Benedettini di San Nicolò l’Arena — Piazza Dante (Komplex sichtbar von Via Etnea / Piazza Dante). Öffnungszeiten: Besuche des Universitätsstandorts und Führungen variieren (häufig 9:00–17:00 für Führungen unter der Woche). Preis: Führungen etwa 6–10 € je nach Route. Das Kloster ist ein kulturelles und denkmalpflegerisches Zentrum: Kreuzgänge und Säle erzählen vom klösterlichen Leben und den Wechselwirkungen mit der Bevölkerung, etwa in Heil- und Schutzpraktiken.
- Anfiteatro Romano di Catania — Piazza Stesicoro, 95121 Catania CT. Öffnungszeiten: Teile des Ensembles sind von der Piazza aus jederzeit sichtbar; geführte Besuche und Zugang richten sich nach Ausstellungsterminen (Comune di Catania informieren). Preis: variabel (Außenansicht meist gratis; geführte Besuche oft 3–6 €).
- Teatro Massimo Vincenzo Bellini — Via Vincenzo Bellini, 12 (oder Via Vittorio Emanuele II je nach Eingang), 95131 Catania CT. Öffnungszeiten: Kartenverkauf meist 10:00–18:00, Abendvorstellungen; Führungen ca. 7–10 €. Das dem catanesischen Komponisten Vincenzo Bellini gewidmete Haus ist nicht nur Aufführungsort, sondern auch Schauplatz städtischer Legenden: nächtliche Proben, Gemeinschaften von Künstlern und Geschichten über „Bühnenflüche”.
- La Pescheria (Fischmarkt) — Corso Martiri della Libertà / Via Pardo, nahe der Piazza Duomo, 95131 Catania CT. Öffnungszeiten: Marktgeschehen oft 6:00–13:00 (werktags); einzelne Stände schließen früher. Gratis zum Flanieren; Einkäufe in bar bezahlen. Gerüche, Händlerrufer und das Angebot an Kräutern und Amuletten machen den Markt zu einem lebendigen Ort der Volkskultur.





Diese Orte bieten verschiedene Beobachtungsebenen: Museen bewahren Objekte, Kirchen Ex-Voto und schriftliche Zeugnisse, während Märkte und bestimmte Gassen lebendige Praktiken zeigen. Achten Sie bei jedem Besuch auf Fotoregeln (in manchen Kapellen eingeschränkt), bringen Sie Kleingeld für kleine Eintritte mit und richten Sie Ihre Zeiten nach Öffnungszeiten (viele Orte schließen am Nachmittag früh).
Rituale, Gegenstände und Amulette: Wo man materielle Überreste findet
Für Reisende besonders spannend ist das Entdecken konkreter Relikte des Glaubens: aufgehängte Amulette, getrocknete Kräuter, kleine Votivfiguren oder Heiligenbildchen. In Catania findet man solche Dinge an klaren Punkten – spezialisierte Läden, Souvenirshops rund um die Piazza Duomo und bisweilen auf dem Markt La Pescheria. Hier eine praktische Karte mit Tipps, wie man diese Objekte respektvoll erwirbt.
Empfohlene Geschäfte: Officine Erboristiche und traditionelle Kräuterläden entlang der Via Etnea und in den angrenzenden Gassen. Beispieladresse: Erboristeria Storica, Via Etnea (zwischen Hausnummern 100 und 150) – Öffnungszeiten meist 9:00–13:00 und 16:00–20:00, sonntagmittags geschlossen; Preise: getrocknete Kräuter ab etwa 2 € das Bündel, Teemischungen 3–6 €. Diese Läden verkaufen Präparate aus Kamille, Thymian, Salbei, aber auch „schützende Säckchen“ und manchmal Hornketten, Karneol-Amulette oder gesegnete Eisenteile.

Ein anderer Ort sind religiöse Souvenirläden rund um die Piazza Duomo (z. B. kleine Andachtsläden in der Via Etnea, Via Corte delle Province). Dort finden Sie Skapuliere, Miniaturstatuetten der heiligen Agatha, kleine Ex-Votos und Gebetskarten. Preise: religiöse Souvenirs zwischen 1 € und 30 €, je nach Größe und Material. Tipp: Bevorzugen Sie handwerkliche Objekte und vermeiden Sie industrielle Massenware, wenn Sie ein authentisches Andenken suchen.
Kauf- und Nutzungsratschläge: Wenn Sie ein Amulett oder ein Schutzsäckchen kaufen, fragen Sie den Verkäufer, ob es von einem Priester gesegnet wurde oder Teil eines bestimmten Rituals ist. Für die Cataniensen zählt oft die Herkunft: Ein Amulett vom Markt oder ein Geschenk einer älteren Frau hat größere symbolische Bedeutung. Respektieren Sie religiöses Eigentum: Fragen Sie, bevor Sie in einer Kirche oder bei einem Handwerker fotografieren.

Seien Sie neugierig, aber diskret: Fragen Sie Handwerker und Marktverkäufer nach der Bedeutung eines Objekts – das kann schöne Gespräche eröffnen –, aber drängen Sie nicht, wenn jemand zurückhaltend reagiert. Manche Praktiken sind familiär und privat geblieben. Wenn Sie an einem Workshop oder einer Demonstration interessiert sind (z. B. Herstellung eines Schutzbeutels oder Erklärung eines Kräutertees), kaufen Sie zunächst ein kleines Objekt und fragen Sie höflich, ob eine Erklärung möglich ist.
Praktische lokale Tipps und kulturelle Sicherheit
Die Spuren der Hexen in Catania zu erkunden erfordert kulturelle Sensibilität ebenso wie touristischen Hausverstand. Hier eine Reihe praktischer Hinweise, damit Ihre Reise bereichernd und respektvoll verläuft.
- Verkehr und Erreichbarkeit: Die Altstadt von Catania ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Vom Flughafen Fontanarossa (Aeroporto Vincenzo Bellini di Catania-Fontanarossa, Via Fontanarossa, 95121 Catania) kostet ein Taxi ca. 20–30 €; der Alibus-Shuttlebus etwa 4 € eine Strecke. In den Gassen liegt Kopfsteinpflaster – tragen Sie bequeme Schuhe.
- Öffnungszeiten: Viele kleine Läden schließen zwischen 13:00 und 16:00 (Mittagspause). Kirchen sind früh geöffnet, können aber wegen Gottesdiensten zeitweise geschlossen sein; informieren Sie sich an den Eingangstafeln. Museen haben feste Schließtage (oft Dienstag oder Mittwoch) und manche Orte schließen an kirchlichen Feiertagen.
- Währung und Zahlung: Eur. Auf Märkten und in kleinen Läden wird oft Bargeld bevorzugt; sorgen Sie für Kleingeld. Kartenzahlung ist in Museen und größeren Geschäften üblich.
- Respekt und Fotografie: In Gotteshäusern angemessene Kleidung tragen (Schultern bedeckt, keine zu kurzen Shorts) und vor dem Fotografieren von Personen oder persönlichen Gegenständen um Erlaubnis bitten. Verkäufer auf dem Markt erlauben Fotos meist, wenn man fragt.
- Umgang mit Einheimischen: Die Menschen in Catania gelten als herzlich. Wenn Sie Fragen zu lokalen Glaubensvorstellungen stellen wollen, beginnen Sie mit einem Kompliment über die Stadt oder ein lokales Produkt (z. B. Granita) – das öffnet oft Türen zu tieferen Gesprächen.
- Sicherheit: Catania ist für Tourist:innen insgesamt sicher, doch wie in jeder größeren Stadt sollten Sie auf Taschendiebe in belebten Bereichen achten. Lassen Sie keine Wertgegenstände sichtbar im Auto liegen.
- Beste Reisezeiten: Außerhalb der Festa di Sant’Agata (Anfang Februar – große Menschenmengen und viele Schließungen) sind Frühling und Herbst ideal zum Gehen (15–25 °C). Im Sommer empfiehlt es sich, früh loszugehen wegen der Hitze.

Für Interessierte, die tiefer einsteigen möchten, bieten mehrere lokale Führer thematische Touren zu Volksglauben und Legenden von Catania an. Suchen Sie nach zertifizierten Guides oder lokalen Agenturen, um Qualität und Respekt für das immaterielle Erbe zu gewährleisten. Und denken Sie daran: Auf den Spuren der Hexen in Catania hört man vor allem der Stadt und ihren Bewohnern zu – am Ende nehmen Sie eher Geschichten als Dinge mit nach Hause.
Fazit: Zwischen Mythos und Alltag – Cataniens lebendige Erinnerung
Catania durch die Brille von Hexenglauben und Volksüberlieferungen zu erkunden, heißt nicht, nur eine düstere oder exotische Vergangenheit zu durchforsten: Es bedeutet, zu erkennen, wie eine Gemeinschaft ihre materielle und spirituelle Welt geformt hat, um mit Naturgewalten und Schicksalsschlägen umzugehen – Vulkane, Seuchen, Kriege und Armut. Die Spuren stehen in den barocken Fassaden und in der ausgestreckten Hand eines Marktverkäufers, der Ihnen ein Kraut gegen eine Erkältung reicht. Sie finden sich in alltäglichen Gesten, privaten Gebeten und von anonymen Händen bestickten Talismännern. Diese Erinnerung lebt: sie wird weitergegeben, verändert sich und wird teils auch kommerzialisiert.
Die vorgeschlagene Route verbindet offizielle Orte – Kathedralen, Burgen, Klöster – mit Mikro-Orten der Volkskultur – Märkten, kleinen Läden, Gassen, wo Geschichten weitergegeben werden. Jede Station wirft ihr eigenes Licht: ein Ex-Voto in einer Kapelle erzählt von einem erfüllten Gebet, ein Stand in der Pescheria erinnert an die Rolle des Teilens in gemeinschaftlichem Schutz, eine Drogerie offenbart empirisches Wissen und Pflegepraktiken über Generationen.
Für Reisende gilt die goldene Regel der respektvollen Neugier. Hexengeschichten können faszinieren, sie hängen aber häufig mit realen Menschen und vergangenem Leid zusammen. Nähern Sie sich diesen Themen mit Feinfühligkeit: stellen Sie offene Fragen, suchen Sie menschlichen Austausch statt reiner Notizen. Immaterielles Erbe – Lieder, Rezepte, Gesten – schützt sich auch durch die Art, wie es empfangen wird.
Beim Abschied nehmen Sie Bilder mit: die Silhouette des Castello Ursino in der Dämmerung, die abgetretenen Stufen der Cattedrale di Sant’Agata, das Markttreiben am Morgen und der Duft getrockneter Kräuter. Vor allem aber verlassen Sie Catania mit einem nuancierteren Verständnis: Dass „Hexerei » und „Glaube » fließende Kategorien sind, durchzogen von Widerstand, Pflege und Solidarität. Catania, Stadt aus Stein und Feuer, bewahrt diese Spuren als Zeugen einer Menschheit, die immer versucht hat, sich zu schützen und das Unsichtbare zu begreifen.
Wer die Erfahrung vertiefen will, sollte eine thematische Führung buchen, eine Begegnung mit einem lokalen Kräuterkundigen vereinbaren oder die Archive im Museo Civico des Castello Ursino konsultieren. Vor allem: geben Sie der Stadt Zeit, ihre kleinen Geschichten zu erzählen – manche Wahrheiten verbergen sich in Details: ein Miniaturaltar, eine vergessene Inschrift, ein zwischen den Fingern zerriebenes Kraut. Auf den Spuren der Hexen entdecken Sie so vor allem die Stadt in ihrer tiefsten Wahrheit: eine Gemeinschaft, die gelernt hat, mit dem Geheimnis zu leben.



